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Der Albtraum begann mit 7 Jahren.
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Ehrung: Aufarbeitung ins Rollen gebracht

20.01.2012

Ehrung

Aufarbeitung ins Rollen gebracht

19.01.2012 | 17:40 Uhr 2012-01-19T17:40:00+0100

Freut sich: Peter Wensierski am Mittwoch, 18. Januar, bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes in Berlin in den Redaktionsräumen des Magazins "Spiegel". Als Autor des Buches "Schläge im Namen des Herren - Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik" und für seine Mitarbeit am Runden Tisch Heimerziehung, die zur Entschädigung von Betroffenen führte, wurde der gebürtige Heiligenhauser gewürdigt. Foto: Steffi Loos

Berlin. Mit seinem Buch "Schläge im Namen des Herrn" löste Peter Wensierski eine bundesweite Debatte über das Schicksal der Heimkinder aus. Jetzt bekam der gebürtige Heiligenhauser das Bundesverdienstkreuz.

Sie wurden geschlagen, eingesperrt, erniedrigt, mussten ohne Lohn schuften – und haben aus Scham geschwiegen. Über das Schicksal abertausender Heimkinder der Nachkriegsdekaden war lange kaum etwas bekannt. Mit einem aufsehenerregenden Buch hat Spiegel-Autor Peter Wensierski den Betroffenen erstmals Gehör verschafft und so die öffentliche Aufarbeitung ins Rollen gebracht.

Dafür hat der gebürtige Heiligenhauser am Mittwoch dieser Woche das Bundesverdienstkreuz am Bande erhalten. "Sie haben mit dazu beigetragen, dass Bund, Länder und kirchliche Träger Wiedergutmachung leisten", sagte die Berliner Bildungsstaatssekretärin Sigrid Klebba (SPD) bei der Verleihung, die in der Berliner Spiegel-Redaktion am Pariser Platz stattfand.

Alles begann vor Jahren mit einem Anruf einer Leserin beim Spiegel, die wissen wollte, warum in Deutschland der Film "Magdalene-Sisters" nicht laufe. Das irische Drama von Peter Mullan schildert das Schicksal dreier junger Frauen, die in den 60er Jahren in ein Kinderheim mussten. Die Anruferin habe dasselbe in Dortmund erlebt, erzählt Wensierski, der daraufhin monatelange Recherchen in einem dunklen, verdrängten Kapitel deutscher Nachkriegshistorie startete.

Große Scham

"Ich war überrascht, dass es noch so einen großen weißen Flecken auf der geschichtlichen Landkarte gab", erinnert sich der 57-Jährige. Schließlich mussten in der Nachkriegszeit bis zu eine Million Kinder – teils aus nichtigsten Gründen – in eines der etwa 3000 Kinderheime in der Bundesrepublik.

Der Journalist sprach mit hunderten Betroffenen, besuchte mit ihnen deren Heime und erlebte das genaue Gegenteil seiner Kindheit in Heiligenhaus, die er als "glücklich" bezeichnet. Nicht gerechnet hatte Wensierski dabei mit der großen Scham der ehemaligen Heimkinder. Viele von ihnen hätten ihn gebeten, bloß nichts ihren Angehörigen zu erzählen, falls er sie zufällig mal am Telefon haben sollte.

Bundesweite Debatte

Mit seinem 2006 veröffentlichten Buch "Schläge im Namen des Herrn" löste Wensierski eine bundesweite Debatte über das verdrängte Schicksal der Heimkinder aus. Daraus resultierte im Jahr 2009 ein Runder Tisch, der sich mit der Entschädigung der Opfer befasste. Seit diesem Jahr können sie nun auf einen Hilfsfonds von 120 Millionen Euro zugreifen, den Bund, Länder und Kirchen finanzieren.

"Den Betroffenen ist ein Stück Würde zurückgegeben worden", sagt der Spiegel-Autor, der aber noch weiteren Handlungsbedarf sieht. Wensierski stört sich an den bürokratischen Hürden bei Zahlungen aus dem Fonds. Auch hier wird er die ehemaligen Heimkinder weiter begleiten. Schließlich dürfe sich ein Journalist durchaus für eine gute Sache einsetzen und denen eine Stimme geben, die eben keine hätten.

ZDF verfilmt Wensierski-Buch

Nach Rudolf Augstein ist Peter Wensierski der zweite Spiegel-Autor, dem das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde.

Das Buch "Schläge im Namen des Herrn" ist inzwischen vom ZDF verfilmt worden – mit Senta Berger und Matthias Habich in den Hauptrollen. Regie führt Dror Zahavi, ein Sendetermin steht noch nicht fest. Im Mittelpunkt steht die junge Luisa, die Anfang der 60er Jahre im Heim landet. Hier erfährt sie die ganze Härte des Systems – und lernt den stillen Paul kennen. 2008 treffen Luisa und Paul sich wieder. Luisa will sich nun der Vergangenheit stellen .

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Erklärung des Arbeitskreises Fondumsetzung Heimerziehung-AFH
vom 14.09.2011
 
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Eine Veranstaltung zur aktiven Auseinandersetzung

mit dem Schicksal ehemaliger Erziehungszöglinge aus dem

Vincenzheim Dortmund der 50er-70er Jahre.

Angestrebt mit der Zusammenarbeit mit dem Jugendamt Dortmund

von Marlies Löhr,Hemer im Bild links

in der Mädchen-Gruppe im Vincenzheim

Freitag den 2.September 2011 16.00

Jugendamt Dortmund ---- Raum 350----

Ostwall 64

44135 Dortmund

Tel. 0231- 502 25 12

 

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Schreiben v.Sieglinde Alexander an Abgeordnete

des Deutschen Bundestages

http://www.emak.org/news/Kommentar_%20120_%20Sitzunghtm

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Öffentliche Anhörung im Deutschen Bundestag

Montag den 27.Juni 2011, 13.00

Anmeldung erbeten 

@ http://www.readers-edition.de/2011/06/24/ausschuss-fuer-familie-senioren-frauen-und-jugend-oeffentliche-anhoerung-am-27122011-zum-thema-heimerziehung/

a Verlorene kindheit 051209.mpg
@
http://www.alldebtsecret.com/video/watch-video/0Kv1Y-sh7iI/heimopferklaerenauf/verlorene-kindheit-051209.mpg.html

Sendung bei West art:

http://www.wdr.de/tv/westart/dienstag/sendungsbeitraege/20

Die neuen Nachrichten hier: www.schlaege.com

24.05.2011
Kirchenpolitik

Studie zur Heimerziehung vorgestellt
Kirchen hoffen auf schnelle Hilfe für ehemalige Heimkinder

"Mit den ersten Veröffentlichungen über die zum Teil furchtbaren Erfahrungen der Betroffenen war für uns klar, dass die Zustände in kirchlichen Heimen gründlich und schonungslos untersucht werden mussten", erklärte der Präsident des EKD Kirchenamtes, Hans Ulrich Anke, bei der Vorstellung der Ergebnisse des Forschungsprojektes "Konfessionelle Heimerziehung in der frühen Bundesrepublik (1949-1972)". Mit dieser wichtigen Studie sei es nun erstmals möglich, ein wissenschaftlich fundiertes Gesamturteil über die Heimerziehung in konfessioneller Trägerschaft im benannten Zeitraum zu treffen. Das Forschungsprojekt an der Ruhr-Universität Bochum wurde unter anderem von der EKD und ihrem Diakonische Werk mit Drittmitteln unterstützt. Anlässlich der Vorstellung der Forschungsergebnisse sprachen sich die Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche erneut für eine schnelle Hilfe für ehemalige Heimkinder aus.

http://www.ekd.de/presse/pm121_2011_uni_bochum_forschungsergebnisse.html

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Der Kurzfilm "Denn sie wissen was sie tun"

von Birger Heymann, Komponist

bei www.youtube.de /Birger Heymann

Der Text ist aus seinem neuen Musical

"ALLES oder NÜSCHT" spielt in der Kneipe "Zur Sorgenpause"

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Anlaufstelle:Runder Tisch Heimerziehung

Mühlendamm 3,10178 Berlin

Tel.030-400402-25

Fax.030-400402-32

info@rundertisch-heimerziehung.de

www.runder-tisch-heimerziehung.de

Referentin der Infostelle, Katharina Loerbruks

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Bistum Münster

Bischöfliche Kommission für Fälle sexuellen Missbrauchs

an Minderjährige durch Kleriker

Horsteberg 11

48143 Münster,Tel.0251-495-6022

hkahler@bistum-muenster.de

Ansprechpartner Dr.Hermann Kahler 

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Sehr passend

v.Martin Mitchell veröffentlicht:

 

Betroffene sind die besten Experten

 

( Grünen-Politiker-Anwärter, Jg. 1968, Andreas Lessenich [ GRÜNE, Titz, NRW - 15.07.2010 ] )

Mitteilung:
LWL-Landesjugendamt Westfalen
Motto Heimkinder und Heimerziehung
in Westfalen 1945-1980

Vorstellung der Ergebnisse
der wissenschaftlichen Dokukumentation

am 14.12.2010 13.30

Anmeldung und Flyer können Sie unter der E-Mail erfragen
schicke Ihnen den Flyer mit weitern Informationen gerne an Ihre Mail-Adresse
Regina-Eppert@web.de
 

-------------------------------------------------Ein entscheidener Tag in Berlin
Achtung:

der Termin ist geändert worden

Pressenkonferenz ist am 13.12.2010

Berichterstattung und Schluß-Protokoll des

"RUNDEN-TISCH-HEIMERZIEHUNG"

Vorraussichtlich wird die Pressekonferenz live bei Phönix 10.30 übertragen.

Lösungsvorschläge von einigen Arbeitsgruppen liegen den R.T. vor.

 

Hier die bekannten Forderungen:

Die Anerkennung betroffener ehemaliger Heimkinder als Opfer von Menschenrechtsverletzungen,

die Regelung berechtigter Forderungen, die sich daraus ergeben, die Ächtung der menschenverachtenden Erziehungspraxis in Heimen während der Zeit von 1945 bis 1975,

die Klärung der Frage fehlender Rentenanwartschaften bezüglich erzwungener unbezahlter Arbeit, für die keine Sozialversicherungsbeiträge entrichtet wurden,

die Erklärung, dass die in den Heimen verlangte und geleistete Kinderarbeit Unrecht gewesen ist

die Gewährleistung der Finanzierung von Langzeittherapien der Traumata, an welchen viele der Betroffenen noch heute leiden, (u.a. eine monatl.Opferrente)

die wissenschaftliche Aufarbeitung dieses unrühmlichen Kapitels in der Sozialgeschichte der Bundesrepublik,

die Berücksichtigung auch der ehemaligen Heimkinder in der ehemaligen DDR bei der Klärung all dieser Fragestellungen,

eine öffentliche Anhörung betroffener ehemaliger Heimkinder vor dem Deutschen Bundestag,
eine Ausstellung über die Lebenssituation ehemaliger Heimkinder in den Heimen der Zeit von 1945 bis 1975 unter Berücksichtigung ihrer Lebenssituation nach dem Heimaufenthalt,
die Anerkennung der moralischen Schuld des Staates an den Vorfällen in den Heimen während der besagten Zeit, die sich aus der Einweisungspraxis der Jugendämter und die mangelnde Heimaufsicht ergibt,die Schaffung einer Unabhängigen Heimaufsicht für alle heute existierenden Heimformen (auch der Altenpflegeeinrichtungen), um zu gewährleisten, dass vergleichbares Unrecht, wie wir es erfahren mussten, in Deutschland in Gegenwart und Zukunft nicht mehr geschehen kann.
Es muss in Deutschland endlich ein Rechtsbewusstsein für die Rechte der Kinder entstehen, in dem unmissverständlich deutlich gemacht wird, dass die Menschenrechte uneingeschränkt für alle Menschen, also auch für Kinder gelten!
Es muss in Deutschland endlich ein Unrechtsbewusstsein dafür entstehen, dass die Verletzung der Menschenrechte ein Verbrechen, die Verletzung der Menschenrechte von Kindern ein Verbrechen an der Menschheit ist! ”

Was wir Betroffene vom „Runden Tisch-Heimerziehung“ erwarten!

Roswitha Schnabel, Leverkusen: Was meine Geschwister und ich vom Runden Tisch in Berlin erwarten. Wir fordern die Kirchen, den Staat und die Behörden dazu auf, die an uns ehemaligen Heimkinder begangenen Misshandlungen endlich als Menschenrechtsverletzungen anzuerkennen und nicht als Einzelfälle herunter zu spielen. Aufhebung der Verjährungsfrist  (seelische Grausamkeiten) Wir erwarten unbedingt eine Entschädigung, gestaffelt nach der Länge der Aufenthalte in den Heimen und bei den Bauern. Bis heute nicht heilbare körperliche Schäden durch die jahrelangen  Schwerstarbeiten  als Kinder und Jugendliche. Eine gestohlene Kindheit und Jugendzeit. Ich erwarte die Zusammenführung meiner Familie. Meine 6 Geschwister befanden sich in ein und dem gleichen  Heim ohne von einander zu wissen. Jahrelange Zerstörung unserer  Biographien waren die Folgen dieser Behandlung in den Heimen.

 

Hubertus Groppe, Paderborn: Es ist gewiss eine schwere Aufgabe Heimkinder nach so vielen Jahren der Vergessenheit zu Recht und Gerechtigkeit zu führen.

Gewiss sind Recht und Gerechtigkeit die stützen des lebendigen Gottes der uns Christen offenbart worden ist. Nur was in Kinderheimen im Namen Gottes zu gelassen worden ist, schreit zum Himmel. Ich erwarte daher, eine Hilfe zur Wiedergutmachung. Dies muss durch offizielle Entschuldigungen, Renten und eine angemessene Entschädigung ausgeglichen werden. Es sollte bedacht werden, dass der Schaden, weil die Chancengleichheit von vielen damaligen Verantwortlichen mit Füßen getreten worden ist. Das Grundgesetz ist damals massiv verletzt worden und darf daher nicht weiter als Folgeerscheinung der Chancengleichheit verletzt werden. Wenn wir in dieser Richtung, am runden Tisch dieses erreichen, dann dürfte dies Beispielhaft sein für eine oder unsere Demokratie in der Welt sein. In diesem Sinne hoffe ich gehört und vertreten zu werden.

Bruder Hubertus von den ganz Kleinen Brüdern Jesu

Marlies Löhr, Hemer: Ich erwarte, von dem Runden Tisch eine humane Entscheidung. Meine Tochter und ich, wurden nicht human (menschlich) behandelt. Die Nonnen haben bei uns gegen alle Menschenrechtsgebote verstoßen. Sie sollten öffentlich Buße tun und sich bei jedem Einzelnen offiziell entschuldigen. Frau Dr. Antje Vollmer, als Vorsitzende des Runden Tisches, sollte ihren theologischen Hintergrund vergessen und keine Klientel Politik machen. Diese bewussten Boshaftigkeiten der Nonnen und Erzieher sollten benannt werden. Die Mitglieder des Runden Tisches müssten die Verantwortlichen, in meinem Fall den Orden der Vincentinerinnen, persönlich zur Haftung zwingen.

Richard Sucker, Nürnburg: Vom Runden Tisch in Berlin erwarte ich, das wir zu unserem Recht kommen, dass alles Unrecht was uns geschehen ist, bei vollem Namen genannt wird. Die Kindheit und Jugendzeit kann uns nicht zurückgegeben werden, doch für alle Betroffenen erwarte ich eine Entschädigung für gezwungene Arbeit, für großes Unrecht, Schläge und Demütigungen und für mein lebenslanges Leid und das meiner Mutter, die ich nie kennen lernen durfte. Es war viel Unrecht, was ich und viele andere in der Kindheit und Jugend ertragen mussten, es war Menschenverachtend. Zwang zur Arbeit war der Tagesablauf, Bildung wurde uns verweigert, es soll und darf das Kapitel Heimerziehung in der Nachkriegszeit von 1945-1975 nicht vergessen werden.

Norbert Kipp, Hamburg: Ich erwarte vom Runden Tisch eine korrekte Entscheidung, eine Wiedergutmachung für das erlittene Leid, dass uns ehemaligen Zöglingen zugefügt wurde. Schläge, sexuelle Vergewaltigungen, Demütigungen, Zwangsarbeit  und Bildungsentzug, waren an der Tagesordnung denen wir hilflos dieser entsetzlichen Erziehungsmethoden ausgesetzt waren. Das darf nicht „unterm Tisch gekehrt“ werden, auch wir Kinder und Jugendliche hatten Rechte, Rechte die nie eingehalten wurden.

Heinz-Heinrich Hedder: Ich erwarte Gerechtigkeit für unser aller erlittenes Leid.

Eppert: Mein Wunsch für alle Betroffenen: dass für alle ehemaligen Heimkinder ein zufrieden stellendes Ergebnis Ende 2010 am Runden Tisch in Berlin erreicht wird. Wir, die die Jahrzehnte verdrängt, geschwiegen und verschämt in der Ecke der Gesellschaft uns versteckt haben, haben es verdient, dass man sich endlich auch um uns, angemessen kümmert.
Die Geschichte der Heimkinder sollte geschichtlich aufgearbeitet werden und nicht als Einzelfälle deklariert werden, denn wir waren die Verlierer im Wirtschaftswunderland!

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Radio-Sendung am 20.10.2010   10.10

Live "RUNDER-TISCH-Heimerziehung"

Bitte anhören:


http://www.dradio.de/dlf/sendungen/?select=l&

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Winter im Herzen: Meine Kindheit zwischen Hoffnung und Heim

Taschenbuch (13 November 2010) von Marianne Döring 

von Bastei Lübbe GmbH & Co.KG (Bastei Verlag)

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Kostenlose Lieferung möglich.

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Ergebnis-Protokoll vom 20. und 21.Sept.2010 liegt vor !

 "Runder Tisch Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren"

Mühlendamm 3, 10178 Berlin - Deutschland / Germany
Tel.: 0049 (0) 30 - 400 40 228
Fax: 0049 (0) 30 - 400 40 232
Email: info@rundertisch-heimerziehung.de
Internet: www.rundertisch-heimerziehung.de

 

 

 

26.08.10, Kategorie: Aktuelle Nachrichten, Pressemitteilungen, Landeskirche

Unrecht öffentlich anerkennen

Evangelische Kirche in Westfalen und Lippe: Gespräch mit ehemaligen Heimkindern

Weihnachtsfeier im Heim Probsthof in Niederdollendorf in Anwesenheit von Bundeskanzler Ludwig Erhard 1963. Foto: Fliedner Kulturstiftung Düsseldorf-Kaiserswerth

WESTFALEN/LIPPE - Das Unrecht, das Heimkindern in den 50er- und 60er-Jahren widerfuhr, ist öffentlich anzuerkennen. Dafür wollen sich die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) und die Lippische Landeskirche gemeinsam einsetzen. „Wir nehmen beschämt wahr, was damals in evangelischen Heimen passiert ist, und bitten dafür um Vergebung“, erklärte der theologische Vizepräsident der EKvW, Albert Henz.

Opfer sollen zeitnah Hilfe erfahren

Das bleibt nicht ohne Folgen: „Wir werden gemeinsam mit allen anderen Verantwortlichen nach Wegen suchen, damit die Opfer der damaligen Heimerziehung Hilfe erfahren“, erklärte Henz am Mittwoch (25.8.) bei einem Treffen ehemaliger Heimkinder, zu dem die Kirchen in Westfalen und Lippe eingeladen hatte. Rund 20 Männer und Frauen, die als Kinder oder Jugendliche in Heimen der Diakonie in Westfalen/Lippe gewesen waren, kamen dazu nach Bielefeld.

Damke: "Kein Nullsummenspiel"

„Auch wenn wir persönlich keine unmittelbare Verantwortung dafür haben, stehen wir doch in der Kontinuität unserer eigenen Geschichte“, unterstrich Henz. Kirche und Diakonie wollten sich „für eine zeitnahe Lösung“ stark machen, um den Opfern der Heimerziehung zu helfen, sagte Oberkirchenrätin Doris Damke und fügte hinzu: „Wir wissen, dass das kein Nullsummenspiel ist.“ Sie versicherte, die Ergebnisse des Runden Tisches „Heimerziehung in den 50er- und 60er-Jahren“ werde die evangelische Kirche in Westfalen und Lippe mittragen. Bis Jahresende wird diese Einrichtung ihre Arbeit abschließen.

Kröger: Institutionen müssen sich einigen

Rainer Kröger, Leiter der Jugendhilfe Schweicheln, der am Runden Tisch mitwirkt, machte deutlich, dass der formalrechtliche Weg im Blick auf erlittenes Unrecht nicht verheißungsvoll sei: „Wir müssen dennoch eine funktionierende Regelung finden.“ Das bedeute: Die gesellschaftlichen Gruppen und Institutionen, die hier in der „Verantwortungskette“ stünden, müssten sich einigen.

Als Beispiele nannte Kröger außer Kirche und Diakonie die Vormundschaftsgerichte, die Heimaufsicht oder die Jugendämter. Eine Möglichkeit, die der Runde Tisch vorschlagen könnte, ist ein bundesweites Netz von Anlaufstellen, von „Stützpunkten“, die Hilfe beim Umgang mit erlittener Gewalt bieten.

Keine Einrichtung darf Herausgabe der eigenen Akte verweigern

Die Teilnehmenden äußerten auch die Erwartung, dass das Land Nordrhein-Westfalen sich dem Thema Heimerzeihung stellt. Henz sicherte zu, sich anwaltschaftlich dafür einzusetzen. Von der neuen Landesregierung gebe es dafür bereits hoffnungsvolle Signale.

Ein wichtiges Thema war der Zugang zur eigenen Akte aus der Kindheit und Jugend im Heim. Maria Loheide von der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe betonte, dass keine Einrichtung die Herausgabe der Akten verweigern dürfe. Wo dies dennoch geschieht, wird sich die Diakonie mit Nachdruck für die Einsichtsmöglichkeit einsetzen. Unterstrichen wurde auch, wie wichtig eine qualifizierte Begleitung ist, wenn die Betroffenen ihre Heimakte lesen - „für manche ist es ein Schlag ins Gesicht, was da drin steht“, erklärte ein Gesprächsteilnehmer.

Jedem seine Erfahrung lassen

Das über weite Strecken sehr emotionale Gespräch zeigte auch, wie unterschiedlich die Erfahrungen sind und von den Einzelnen bewertet werden. Neben Erlebnissen schlimmster Gewalt und Unmenschlichkeit berichteten einige auch von ermutigender Zuwendung. „Wir müssen unbedingt lernen, jedem seine Erfahrungen zu lassen“, beschwor ein Teilnehmer die Anwesenden.

Diakonie: Zentrale Anlaufstelle
Schon seit einiger Zeit gibt es eine Anlaufstelle der Diakonie für ehemalige Heimkinder von diakonischen Einrichtungen in Rheinland, Westfalen und Lippe. Dort werden auch Trauma-Spezialisten vermittelt.
Ansprechpartnerin: Hiltrud Wegehaupt-Schlund, Telefon: 0251 2709-265.

 

Aus: kinder, Beilage der vom 01.06.2010 vom 01.06.2010

Heimerziehung – in der BRD war das vielerorts lange Synonym für körperliche und seelische Mißhandlung. Opfer kämpfen bislang vergeblich um Entschädigung. Ein Gespräch mit Regina Eppert

Interview: Jana Frielinghaus
Regina Eppert war von Oktober 2005 bis Oktober 2008 zweite Vorsitzende des Vereins ehemaliger Heimkinder (www.veh-ev.info). Bis heute kümmert sie sich um andere Betroffene und referiert regelmäßig unter anderem vor angehenden Pädagogen
F: Sie waren schon 18, als Sie Anfang der 60er Jahre in eine katholische Erziehungsanstalt gesperrt wurden. Mit welcher Begründung?

Es hieß, ich wäre der Verwahrlosung nahe. Ich war mit 16 das erste Mal Mutter geworden. Mein Kind starb an einer Lungenentzündung. Als ich einige Tage vorher bei der Mütterberatung war, hatte man dort nichts feststellen können. Den Ausweis mit dieser Bestätigung, daß alles in Ordnung ist, habe ich heute noch. Da ich nach einiger Zeit wieder schwanger wurde – es war ein Wunschkind –, wurde das Jugendamt auf mich aufmerksam. Wir hatten einen einfachen, aber gut geführten Haushalt. Meine Mutter kümmerte sich um meine Tochter, wenn ich zur Arbeit ging, ich hatte einen guten Job. Mein Verlobter und ich – er war der Vater meiner Kinder und meine erste große Liebe – wollten heiraten.

Dann wurde ich plötzlich von der Fürsorge nach Dortmund in ein katholisches Fürsorgeheim gebracht. Das Schreiben vom Amtsgericht Altena mit dem Bescheid, ich sei der Verwahrlosung nahe, nahmen wir damals zunächst nicht ernst genug. Nach zwei Monaten in dieser Anstalt wurde ich ganz unerwartet entlassen. Ich durfte meinen Verlobten heiraten. Danach suchten wir dringend nach einer Wohnung, fanden aber keine. Bald mischte sich das Jugendamt wieder ein, aber statt Hilfe bekamen wir Schwierigkeiten. Ich wurde mit meiner Tochter zum zweiten Mal in das auch heute noch von der Caritas betriebene Vinzenzheim in Dortmund gebracht. Eingesperrt, von meinem Kind sofort getrennt, war ich der Verzweiflung nahe.

Über ein Jahr hielt ich mich an die »Hausordnung«: Weinen, Lachen, Reden– alles war verboten. Zuerst sah ich meine Tochter lediglich an den Sonntagen, aber auch das nur bei »guter Führung«. Später wurde ich in die Kinderabteilung zum Arbeiten geschickt, und so konnte ich wenigstens in der Nähe meiner Kleinen sein. Ich hatte zwar die Babys zu betreuen, schlich mich aber hin und wieder zu meiner damals zweijährigen Tochter, obwohl das während der Woche nicht gestattet war. Meine Ehe hielt diese Trennung nicht aus. Ob mein Mann mir geschrieben hatte oder vor der Tür stand, um seine Familie zu besuchen, kann ich bis heute nicht sagen. So etwas wurde uns nicht mitgeteilt, und Briefe wurden zensiert und oft nicht ausgehändigt.

F: Auch Ihre zwei Jahre jüngere Schwester kam in dieses Heim. Warum?

Als ich eines Tages auf dem Gang meine Schwester Elke sah, war ich erschüttert, denn jetzt war unsere Mutter ganz allein. Ich konnte sie nicht nach dem Warum fragen oder ihr zulächeln, ich zuckte nur heimlich mit den Schultern. Unsere Mutter war alleinerziehend, und solche Familien standen oft unter besonderer Beobachtung der Behörden. Vielleicht brauchten diese Heime, die ja auch Gewerbebetriebe waren, einfach billige Arbeitskräfte. Arbeiten wie ein Erwachsener durften und mußten viele schon mit 14, die volle Mündigkeit wurde uns aber erst mit 21 zugestanden.

F: 2003 gehörten Sie zu den ersten ehemaligen Heimkindern der Bundesrepublik, die offen über ihre Erlebnisse sprachen. Warum haben Sie so lange geschwiegen?

Wer in diese Anstalten geschickt wurde, hatte das Gefühl, nichts wert zu sein. Von den Nonnen bekam man täglich zu hören: »Ihr taugt nichts«, »Ihr landet sowieso wieder in der Gosse«. Diese verbalen Verletzungen waren Schläge auf unsere Seele. Irgendwann glaubt man diesen Worten. Erst ein Artikel im Spiegel 2003 machte uns ganz bewußt, daß nicht wir die »Schuldigen« waren und brachte uns dazu, an die Öffentlichkeit zu gehen.

F: Seit vielen Jahren kämpfen Sie dafür, daß das, was Hunderttausenden Kindern und Jugendlichen in den 50er, 60er und 70er Jahren in konfessionellen und staatlichen Heimen angetan wurde, als Menschenrechtsverletzung anerkannt wird, und daß die Verantwortlichen Entschädigungen zahlen müssen. Seit Anfang 2009 gibt es nun den »Runden Tisch Heimerziehung« unter Leitung von Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer, Grüne. Wie schätzen Sie dessen Arbeit ein?

Ich kann das nur von außen beobachten und die Protokolle der Sitzungen lesen, die bis heute für die Betroffenen nicht zufriedenstellend sind. Auch der Erziehungswissenschaftler Prof. Manfred Kappeler, der uns bei dieser schwierigen Aufarbeitung zur Seite steht, hat zum Zwischenbericht vom Januar 2010 eine Stellungnahme abgegeben, in der er ebenfalls große Unzufriedenheit äußert. Für viele Ehemalige ist der Runde Tisch eine Farce. Sie sehen darin eine Alibiveranstaltung der Kirchen und des Staates. Ich persönlich hoffe immer noch auf ein annehmbares Ergebnis für alle Beteiligten.

F: Seit der Spiegel-Autor Peter Wensierski 2006 sein Buch »Schläge im Namen des Herrn« veröffentlicht hat, gibt es immer neue Publikationen. Wenn man die Berichte der Opfer liest, bekommt man den Eindruck, daß viele dieser Anstalten Horte eines unfaßbaren Sadismus waren. Die Opfer berichten von brutalen Schlägen, von Isolationshaft, vom Zwang, von widerlichem Fraß und selbst Erbrochenes essen zu müssen, von täglichen Demütigungen. Welche Maßnahmen von seiten des Staates würden solchen schwer traumatisierten Menschen aus Ihrer Sicht helfen?

Ganz einfach: Eine vernünftige Entschädigung, zum Beispiel in Form einer Opferrente, die nicht mit sonstigen Transferleistungen verrechnet wird. Das würde den Betroffenen ein Gefühl von Gerechtigkeit geben. Es wäre endlich amtlich, daß ihnen Unrecht geschehen ist. Die biologische Uhr tickt, und es ist Eile geboten. Viele von uns leben nicht mehr oder wollen nicht mehr. Mit diesen »Erziehungsmethoden« wurden viele Biographien regelrecht zerstört.

Eine Rentenanrechnung der meist unbezahlten Arbeit, die die wir als Jugendliche in den Heimen verrichtet haben, wäre zwar auch wichtig. Aber das allein würde die Situation vieler überhaupt nicht verbessern, denn häufig bekommen sie so wenig Rente, daß sie ohnehin zusätzliches Sozialgeld beantragen müssen. Würden diese Zeiten einfach nur rentenrechtlich anerkannt, würden diese Beträge wieder von den staatlichen Zahlungen abgezogen werden.

F: Nach Angaben des Vereins ehemaliger Heimkinder (VEH), dessen Vorsitzende Sie mehrere Jahre lang waren, waren rund 80 Prozent der Mitglieder in konfessionellen Heimen; eingewiesen wurden sie meist von staatlichen Behörden. Wer trägt die Schuld daran, daß es in so großem Umfang zu solchen Exzessen– der VEH spricht von etwa einer halben Million Geschädigter – kommen konnte?

Die meisten Erzieher haben diesen brutalen Umgang noch in der Nazizeit gelernt und diese Methoden einfach weiter angewandt. Die Ideologie dieser schlimmen Zeit war noch in den Köpfen. Wenn man heute bei den Landschaftsverbänden, die damals als Behörden auch für die Kontrolle der kirchlichen Heime verantwortlich waren, nachfragt, hört man immer nur, die Einrichtungen hätten eben einen sehr guten Ruf gehabt. Es habe keine Anhaltspunkte für Mißstände gegeben. Dabei gab es auch damals immer wieder Pädagogen, die Alarm schlugen.

F: Hat die Tatsache, daß Kontrolle und Intervention eher die Ausnahme war, etwas mit der mangelnden Trennung von Staat und Kirche in der Bundesrepublik zu tun?

Ich glaube zumindest, daß gerade die katholische Kirche einen zu großen Einfluß auf die Gesellschaft und so auch auf den Staat hat.

F: Politiker, aber auch Kirchenvertreter haben lange entweder von Ausnahmen geredet – oder davon, daß »ruppige« Erziehungsmethoden eben dem damaligen Zeitgeist entsprochen hätten. Wie gehen Sie mit solchen Verharmlosungen um?

Es macht wütend, wie man mit Menschen auch heute noch umgeht. Schläge und Mißbrauch waren auch damals nachweislich Verbrechen. In den Anfängen unserer Zusammenkünfte hat man noch von Einzelfällen gesprochen, eine Nonne sagte damals laut: »Ach das ist so eine Welle, so wie mit den Schwulen, das geht vorüber.«

F: Der VEH und sein Anwalt Gerrit Wilmans haben am Runden Tisch 2009 die Einrichtung eines Entschädigungsfonds gefordert, in den Staat und Kirchen einzahlen sollen. Die vom VEH erhobene Forderung, der Fonds solle mit insgesamt 25 Milliarden Euro bestückt werden, wurde von Frau Vollmer, aber auch von einigen Opfervertretern als kontraproduktiv oder gar maßlos zurückgewiesen. Sehen Sie das ähnlich?

Wenn sich alle ehemaligen Heimkinder von 1945–1975 aus den Kinderheimen und den Erziehungsanstalten als Opfer melden würden, könnte ich mir vorstellen, daß diese Summe zusammenkommt. Nur werden das viele Menschen nicht tun, viele wollen nicht mehr daran rühren. Deshalb halte ich diese Forderung für übertrieben.

F: Seit einigen Monaten ist in den Medien vor allem von sexuellem Mißbrauch in konfessionellen, aber auch anderen privaten Eliteschulen die Rede. Nachdem mittlerweile einige hundert Fälle bekannt sind, hat die Bundesregierung umgehend zwei weitere Runde Tische eingerichtet. Sexuellem Mißbrauch waren aber auch viele Heimkinder ausgesetzt. Er war für viele »nur« ein Teil ihres Martyriums, trotzdem ist das öffentlich nicht annähernd so stark thematisiert worden. Wird hier mit zweierlei Maß gemessen?

Ich glaube ja. Meine Erfahrungen seit 2003 mit Kirchenvertretern sind nicht die besten: Auf meine Schreiben bekam ich nur vorgefertigte Briefe, kein persönliches Wort. Bei öffentlichen Diskussionen bleiben die Betroffenen meist außen vor, das haben erst Mitte Mai die Veranstaltungen des Ökumenischen Kirchentages in München gezeigt.

Im Februar habe ich mich genau wegen dieser Ungleichbehandlung an Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger gewandt. Die Organisationen ehemaliger Heimkinder haben schon im Frühjahr 2006 eine Petition beim Bundestag eingereicht, in der die Anerkennung als Opfer von Menschenrechtsverletzungen, materielle Entschädigungen, Rentenanerkennungszeiten für die unbezahlte Arbeit in den Heimen gefordert wurden. Zweieinhalb Jahre lang gab es daraufhin Anhörungen, bis die Einrichtung des Runden Tisches beschlossen wurde, der Anfang 2009 endlich seine Arbeit aufnahm – und nun noch bis Ende dieses Jahres Zeit hat, Empfehlungen auszuarbeiten, was weiter geschehen soll. Wann und ob es gesetzliche Regelungen wie etwa einen Anspruch auf Opferrente geben wird, ist immer noch nicht absehbar, und nach dem, was ich kürzlich von Teilnehmern des Runden Tisches Heimerziehung, RTH, gehört habe, wird es wohl keine Entschädigungszahlungen geben.

Die Justizministerin antwortete nur, ich solle mich an die Geschäftsstelle des RTH wenden – mit der ich ohnehin in regem Kontakt stehe.

F: Menschen, die etwa ein halbes Jahr in einem Jugendwerkhof der DDR verbracht haben, können als Opfer des DDR-Strafrechts, also des »Unrechtsstaates«, anerkannt werden und entsprechende Entschädigungszahlungen bekommen, das hat das Bundesverfassungsgericht im Juni 2009 bestätigt...

Wie definiert man eigentlich »Unrechtsstaat«? Wenn ich auf das schaue, was Hunderttausende in den Heimen der Bundesrepublik erlebt haben, dann gab es auch hier lange Zeit große »rechtfreie Räume« und extremes Unrecht. Da ist es schon bitter, daß Leute, die im Westen jahrelang gelitten haben, bis heute keinerlei Hilfe vom Staat bekommen haben.

Heimkinder in den 50er und 60er Jahren

Neu:

SPIEGEL ONLINE

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02. April 2010, 09:17 Uhr

Selbstkritik im Missbrauchsskandal

Bischof Zollitsch rügt Untätigkeit der Kirche

Am Karfreitag thematisiert die katholische Kirche den Missbrauchsskandal in ihren Reihen, den Anfang macht Erzbischof Robert Zollitsch. Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz hat Fehler eingeräumt: Die Kirche habe Opfern zu wenig geholfen - "aus falsch verstandener Sorge um ihr Ansehen".

Freiburg - Deutliche Worte des Freiburger Erzbischofs Robert Zollitsch: Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz hat Fehler der katholischen Kirche im Missbrauchsskandal eingeräumt - und die Motive genannt. "Durch die Enttäuschung über das schmerzliche Versagen der Täter und aus falsch verstandener Sorge um das Ansehen der Kirche" sei "der helfende Blick für die Opfer" in der Vergangenheit nicht genügend gegeben gewesen, gestand Zollitsch ein. Dies werde der Kirche heute bewusst.

"Das ist eine leidvolle Realität, der wir uns stellen müssen", hieß es in einer Mitteilung Zollitschs, die das Erzbistum am Karfreitag veröffentlichte. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz verwies jedoch zugleich darauf, dass es eine "andere gesellschaftliche Situation" gewesen sei.

Die Nachrichten über den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Priester und andere Mitarbeiter erfülle die Kirche "mit Trauer, Entsetzen und Scham", erklärte der Erzbischof weiter. Es erschüttere die Kirche, "welches Leid den Opfern zugefügt wurde, die oft über Jahrzehnte hinweg ihre Verletzungen nicht in Worte fassen konnten", so Zollitsch. "Es wurden Wunden gerissen, die kaum mehr zu heilen sind."

Der Karfreitag könne für die Kirche nun "zu einem Neuanfang werden, den wir alle so dringend benötigen", erklärte Zollitsch. Wie dieser Neuanfang aussehen könnte, schrieb der Vorsitzende der Bischofskonferenz jedoch nicht.

Die katholische Kirche in Deutschland wird derzeit von einem Skandal über Misshandlungs- und Missbrauchsfälle in ihren Kinder- und Jugendeinrichtungen erschüttert, die meist über Jahrzehnte verschwiegen worden waren. Zuletzt erhoben sechs ehemalige Heimkinder Prügelvorwürfe gegen den Augsburger Bischof Walter Mixa. Dieser wies die Anschuldigungen zurück, bot den ehemaligen Zöglingen des Kinderheims St. Josef in Schrobenhausen aber ein Gespräch an. Zwei von ihnen lehnten bereits ab - Mixa solle erst seine Schuld eingestehen.

Besondere Fürbitten in Karfreitagsgottesdiensten

Auch Papst Benedikt XVI. gerät zunehmend in die Kritik. Bei seiner Predigt am Gründonnerstag im Petersdom äußerte er sich nicht direkt zu dem Missbrauchsskandal. Der Papst forderte die Christen in seiner Predigt auf, sich an das Gesetz halten und Gutes und Gerechtes zu tun.

In den Karfreitagsgottesdiensten soll in vielen Bistümern eine besondere Fürbitte für die Missbrauchsopfer gesprochen werden. Den Text hat der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, der Trierer Bischof Stephan Ackermann, vorgeschlagen. Darin wird unter anderem für die Kinder und Jugendlichen gebetet, denen "in der Gemeinschaft der Kirche großes Unrecht angetan wurde, die missbraucht und an Leib und Seele verletzt wurden".

Der amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands hat unterdessen in der Diskussion um sexuellen Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen auf die guten Erfahrungen mit verheirateten Pfarrern und Pfarrerinnen verwiesen. "Eine Pastorenfamilie tut dem gesamten Gemeindeleben gut", sagte Präses Nikolaus Schneider dem "Hamburger Abendblatt" .

Auf die Frage, warum aus der evangelischen Kirche im Vergleich zur katholischen so wenig über Missbrauch zu hören sei, verwies er auf den unterschiedlichen Umgang mit Sexualität. "Auch die Frage, wie wir über Sexualität reden und mit Sexualität umgehen, spielt da eine Rolle", sagte der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland.

siu/AFP/dpa

 

03. April 2010, 12:12 Uhr

Versagen der Kirche

Autoritär, reaktionär, totalitär

Ein Essay von Reinhard Mohr

Auf Kritik von außen reagiert die katholische Kirche allergisch - ist nicht ihr Papst qua Amt unfehlbar? Und wer intern das Wort erhebt, wird mundtot gemacht. So erinnert die Kirche an die gescheiterten Großorganisationen des vergangenen Jahrhunderts: die Parteien des Kommunismus.

Der Tsunami der Missbrauchsfälle vor allem in katholischen Einrichtungen hat längst eine weit über die unterschiedlichen Ereignisse - zuletzt: die Prügelvorwürfe gegen Bischof Mixa - hinaus weisende Eigendynamik gewonnen. Tag für Tag wird deutlicher, dass die katholische Kirche als weltweite Institution versagt hat. Ihrer selbstverständlichen - und nicht nur christlichen - Pflicht zu schnellstmöglicher Aufklärung und strafrechtlicher Ahndung ist sie vielerorts und in zumindest fahrlässiger Weise nicht nachgekommen.

Der Verdacht liegt nahe, dass nicht selten auch Absicht dahinter stand: Man wollte das Ansehen der Kirche nicht "beschmutzt" sehen. Die mächtige Organisation des heiligen Glaubens mit dem Papst an der Spitze verteidigte im Zweifel also eher ihre eigene Ordnung und Weltanschauung als die Opfer.

Jenseits aller Unterschiede erinnert dieses Verhalten an ganz andere, weltliche Großorganisationen vergangener Jahrhunderte, allen voran an die einstigen Parteien des sozialistischen und kommunistischen Erlösungsglaubens. Auch sie verwandten ungeheure Energien darauf, die eigene Ideologie "rein und unbefleckt" zu erhalten und alle Zweifler und Kritiker mundtot zu machen. Sämtliche Tatsachen, die ihrem revolutionären Selbstbild und ihren aktuellen politischen Interessen schaden konnten, wurden konsequent bekämpft, unterdrückt, verdrängt oder ausgeblendet. Innerlich erstarrt und fixiert auf ein Feindbild-orientiertes Schwarzweißdenken waren sie zu keinerlei Reformen fähig.

"Die Partei, die Partei, die hat immer recht", sang Ernst Busch, "und Genossen, es bleibet dabei! Denn wer kämpft für das Recht, der hat immer recht gegen Lüge und Ausbeuterei!"

Gottgleiche Genossen

Das, was bis zum heutigen Tage die römische Glaubenskongregation ("Congregatio pro doctrina fidei), die offizielle Nachfolgeorganisation der "Heiligen Inquisition", ist - Papst Benedikt stand ihr als "Präfekt" von 1981 bis 2005 vor -, das war bei den kommunistischen Parteien Europas Zentralkomitee und Politbüro. Der Katechismus war das Parteiprogramm, und die Liturgie die bombastische Inszenierung von Parteitagen samt Führerkult, der fraglos tief religiöse Züge trug. In einem monströsen Großgedicht, das de facto ein einziges Gebet an den übermenschlichen, gottgleichen Genossen Stalin war, formulierte der Schriftsteller und spätere DDR-Kulturminister Johannes R. Becher stellvertretend für viele die Verbindung von kommunistischer Eschatologie und totalitärem Heldenmythos:

"Stalin: So heißt ein jedes Friedenssehnen/ Stalin: So heißt des Friedens Morgenrot/Stalin beschwören aller Mütter Tränen: Stalin! O ende Du des Krieges Not!...

"Du trittst herein, welch' eine warme Helle/ Strömt von Dir aus und was für eine Kraft. Und der Gefangene singt in seiner Zelle, Er fühlt als Riese sich in seiner Haft… Im Wasserfall und in dem Blätterrauschen/Ertönt Dein Name, und es zieht Dein Schritt/ Ganz still dahin. Wir bleiben stehn und lauschen/Und folgen ihm und gehen leise mit.

Es hat Millionen von Menschen das Leben gekostet und Jahrzehnte schmerzhaftester Auseinandersetzungen, bis dieses schier allmächtige Gespinst aus Lüge und Herrschaft, Kitsch und Terror weithin überwunden werden konnte. Doch der Prozess von Entzauberung und Ernüchterung, radikaler Selbstkritik und Revision der quasireligiösen Menschheitsutopien war nur möglich, weil es all jene tapferen "Renegaten" gab, die ihren Abfall vom Glauben mit scharfer Intelligenz, theoretischer Stringenz und großem persönlichen Mut - und vor allem: öffentlich - bezeugten.

Schriftsteller wie Arthur Koestler, der in seinem berühmten Roman "Sonnenfinsternis" die absurd-brutale Logik der stalinistischen Schauprozesse Mitte der dreißiger Jahre beschrieb, und Manès Sperber, der in seinem epochalen Werk "Wie eine Träne im Ozean" die Abkehr vom glühenden Heimatplaneten des Kommunismus schilderte, bildeten die Avantgarde dieser Bewegung.

Zeit für Renegaten - und eine Revolution

Erst danach, jenseits des Absolutheitsanspruchs auf die Wahrheit über die Welt und ihre vorgebliche Rettung konnte, wieder ernsthaft - und vor allem: einigermaßen gefahrlos - diskutiert und gestritten werden. Das Ende des ideologischen Glaubens war der Anfang der Wahrheitssuche.

Könnte es sein, dass der katholischen Kirche ein vergleichbarer Prozess erst noch bevorsteht? Dass auch sie Renegaten braucht, die aufs Ganze zielen und nicht nur auf einzelne Reformen? Dass sich den notorischen Alt-Kritikern wie Hans Küng, Eugen Drewermann und Uta Ranke-Heinemann, die letztlich Außenseiter blieben, viele andere hinzugesellen? Womöglich auch zahlreiche Frauen, die der gerontokratischen Männerherrschaft in Rom den offenen Kampf ansagen?

Gewiss, seit den Zeiten der Französischen Revolution und der napoleonischen Kriege hat der Papst keine Armee mehr, sieht man von der niedlichen Schweizergarde ab. Seine weltweite Mission soll strikt geistlicher Natur sein, und im säkularen Europa ist die Trennung von Staat und Kirche, liberal-demokratischer Gesellschaft und religiöser Überzeugung sowieso längst vollzogen.

Nicht zuletzt: Das Zweite Vatikanische Konzil von 1962-1965 hat einige Reformen und den endgültigen Abschied vom jahrtausendealten Allmachtsanspruch der katholischen Kirche (man denke nur an die Folterpraxis der Heiligen Inquisition) proklamiert.

Unfehlbarkeit dank göttlichem Beistand

Das Prinzip päpstlicher "Unfehlbarkeit" aber blieb bestehen. Es wurde mit dem Konzilsdekret "Pastor Aeternus" auf dem Ersten Vatikanischen Konzil am 18. Juli 1870 unter Papst Pius IX. seinerseits als unfehlbarer Glaubenssatz verkündet:

"Zur Ehre Gottes, unseres Heilandes, zur Erhöhung der katholischen Religion, zum Heil der christlichen Völker lehren und erklären wir endgültig als von Gott geoffenbarten Glaubenssatz, in treuem Anschluss an die vom Anfang des christlichen Glaubens her erhaltene Überlieferung, unter Zustimmung des heiligen Konzils: Wenn der Römische Papst in höchster Lehrgewalt (ex cathedra) spricht, das heißt: wenn er seines Amtes als Hirt und Lehrer aller Christen waltend in höchster apostolischer Amtsgewalt endgültig entscheidet, eine Lehre über Glauben oder Sitten sei von der ganzen Kirche festzuhalten, so besitzt er aufgrund des göttlichen Beistandes, der ihm im heiligen Petrus verheißen ist, jene Unfehlbarkeit, mit der der göttliche Erlöser seine Kirche bei endgültigen Entscheidungen in Glaubens- und Sittenlehren ausgerüstet haben wollte. Diese endgültigen Entscheidungen des Römischen Papstes sind daher aus sich und nicht aufgrund der Zustimmung der Kirche unabänderlich."

Das hat in den vergangenen Jahren auch der Theologe Professor Gotthold Hasenhüttl, auch er einer jener Handvoll prominenter Kirchenkritiker, leidvoll erfahren müssen. Am Rande des ökumenischen Kirchentages 2003 in Berlin hatte er in der evangelischen Gethsemanekirche (in der 1989 schon der Widerstand gegen die SED-Diktatur formuliert wurde) in Prenzlauer Berg einen "Abendmahlsgottesdienst nach katholischem Ritus" gefeiert, wobei er explizit auch Nicht-Katholiken zur Kommunion einlud. Etwa zweitausend Personen nahmen an der Liturgie teil. Umgehend wurde er durch den damaligen Trierer Bischof Reinhard Marx, der inzwischen gar als "fortschrittlich" und kapitalismuskritisch gilt ("Das Kapital"), am 17. Juli 2003 vom Priesteramt suspendiert.

Die römische Glaubenskongregation lehnte alle Beschwerden Hasenhüttls strikt ab. Per Dekret vom 2. Januar 2006 wurde ihm sogar noch die kirchliche Lehrerlaubnis entzogen.

Glaubwürdigkeitskrise des Katholizismus

Im Lichte der aktuellen Missbrauchsdebatte mutet dieser Vorgang, der ja nur einer von vielen ist, noch absurder und gespenstischer an: Während das "Heilige Offizium" in der Frage der Treue zur Doktrin ("doctrina fidei") sofort und erbarmungslos reagierte, ließ es Priester jahrzehntelang unbehelligt, die sich schlimmer Verbrechen schuldig gemacht haben.

Kein Zweifel: Noch immer ist die Kirche weithin ein autoritäres, teils reaktionäres, ja totalitäres System. Daran haben bislang auch kritische Vereinigungen wie "Kirche von unten" und die katholische Laienbewegung "Wir sind Kirche" wenig ändern können.

Und auch jetzt, mitten in der Vertrauens- und Glaubwürdigkeitskrise des Katholizismus, fordern sie vor allem pragmatische Maßnahmen, darunter die Einsetzung einer unabhängigen bundesweiten Ombudsstelle, eine aktive Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft und die Reform der Priesterausbildung.

Noch am Gründonnerstag vor Ostern zeigte sich die Referentin von "Wir sind Kirche", Annegret Laakmann, im Livegespräch mit dem Berliner "Radio 1" erstaunt darüber, wie schnell sich die Deutsche Bischofskonferenz hinter ihr Mitglied Mixa gestellt habe.

Dies sei ein "erneuter Vertuschungsversuch" statt ihn aufzufordern, sein Amt bis zur Klärung der Vorwürfe ruhen zu lassen. Insgesamt habe die "Welle von Anschuldigungen" ein "großes Nachdenken" in der katholischen Kirche ausgelöst.

Wohin es am Ende führen wird und ob es irgendwann wirklich dazu beitragen könnte, dass die katholische Kirche im 21. Jahrhundert ankommt, das bleibt die spannende Frage.

 


<!--[if !supportLists]-->·         <!--[endif]-->Externe Presse radiovaticana.org 15 Mär 2010 Nr. 9044

Vatikan: Missbrauchs-Kritik an Kirche ist „übertrieben“

Die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ setzt sich gegen Angriffe auf die katholische Kirche und ihre Leitung zur Wehr. Es werde mit „Verbissenheit“ versucht, Missbrauchsfälle als besonders häufig in der Kirche darzustellen. Dabei sei sie diejenige Institution, die am klarsten gegen sexuellen Missbrauch von Minderjährigen vorgehe, heisst es in einem Gastkommentar auf der Titelseite der Sonntagsausgabe (14. März).

Das negative Image im Zusammenhang mit sexuellen Übergriffen sei „übertrieben“, schrieb der Autor Giuseppe Versaldi, Mitglied des vatikanischen Obersten Gerichtshofs der Signatur und Bischof im italienischen Alexandria. Es sei „paradox, die Kirche so darstellen zu wollen, als sei sie verantwortlich für den Missbrauch Minderjähriger“. (...)

 

Reicht die Entschuldigung vom 22.02.2010 vom Bischof Robert Zollitsch auch für die ehemaligen Heimkinder der

50er,60er und 70er Jahre aus?.

 

SPIEGEL ONLINE

18. Februar 2010, 15:06 Uhr 

Missbrauch in katholischer Kirche

Denn sie wissen, was sie tun

Ein Kommentar von Peter Wensierski

Der Missbrauchskandal in der katholischen Kirche weitet sich aus, laut der Chef-Aufklärerin gibt es noch mehr Opfer, auch Frauen werden belastet. Doch die Bischöfe schweigen oder flüchten sich in absurde Schuldzuweisungen. Damit muss Schluss sein, es ist Zeit für klare Worte.

Mit fünf Betroffenen begann der jüngste Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche vor zwei Wochen, jetzt sind die Opferzahlen in Deutschland bereits dreistellig - und sie steigen täglich weiter. Die Berliner Juristin Ursula Raue, vom Jesuiten-Orden mit der Aufklärung der Vorgänge betraut, spricht von "einer Dimension, die bisher nicht zu ahnen war".

Wirklich nicht?

Aus allen Teilen der Bundesrepublik melden sich Menschen und berichten von sexuellen und anderen Misshandlungen in katholischen Erziehungseinrichtungen. Das Versagen der Kirche - wie in Amerika und Irland -, das Wegschauen, Verschweigen und Vertuschen, das die Bischöfe in Deutschland nicht wahrhaben wollten, ist mit den Vorgängen an den Jesuitenschulen in Hamburg, Bonn oder Berlin nun auch hierzulande sichtbar geworden.

Das deutsche Katholikenoberhaupt, Robert Zollitsch, schweigt dazu seit 14 Tagen. Er will sich erst nächste Woche, nach Absprache mit seinen Brüdern, dazu äußern. Auch der deutsche Papst hat nicht direkt zur Situation in Deutschland Stellung genommen.

Dafür machen das andere, der Augsburger Bischof Mixa etwa, der den wahren Schuldigen am Missbrauch ermittelt hat: "Die sogenannte sexuelle Revolution" sei "daran nicht unschuldig", meint er - als ob es vor 1968 besser gewesen sei.

Bischof Mixa: Zurück zur "Darüber-spricht-man-nicht"-Moral

Besonders die fünfziger Jahre - das belegen zahllose Zeugenberichte - gehören mit gewalttätigen Übergriffen an Kindern und Jugendlichen unter dem Dach der Kirche zu den dunkelsten Kapiteln ihrer Geschichte.

Die Tabuisierung des Themas Sexualität, dessen Vermengung mit Sünde, Schuld und Strafe hat viele Menschen psychisch krank werden lassen - bis heute wirkt diese fatale Haltung fort. Auch und gerade bei katholischen Priestern, die aus ihrem Beruf aussteigen mussten, um überhaupt weiter leben zu können.

Wenn es nach Mixa ginge, hätten wir also wieder die Sexualmoral von vor 1968, in der beispielsweise uneheliche Kinder als "Kinder der Sünde" galten, ein Makel, unter dem viele ihr Leben lang litten.

Mixa will offenbar zurück zur verheerenden "Darüber-spricht-man-nicht"-Moral, die einst wesentlich von der katholischen Kirche geprägt wurde. Bischöfe wie Mixa täten besser daran, sich endlich wegen der Stigmatisierung unehelicher Kinder oder Homosexueller durch seine Kirche zu entschuldigen.

Andere Bischöfe versuchen, die Schuld der Kirche durch den Hinweis auf Missbrauchsfälle andernorts in der Gesellschaft zu relativieren oder die Fälle als Einzelfälle kleinzureden.

Tiefer Riss geht durch katholische Kirche

Mittlerweile geht aber ein tiefer Riss durch die katholische Kirche.

Da sind einerseits jene, die weitermachen wollen wie bisher - ohne zu begreifen, was da über Jahrzehnte von ihrer Institution für ein Schaden angerichtet worden ist. Auf der anderen Seite beginnt der Panzer, den sich die Kirche zugelegt hat, aufzubrechen.

Der Jesuitenpater Hans Langendörfer etwa brachte es auf den Punkt: "Die Enthüllungen zeigen ein dunkles Gesicht der Kirche, das mich erschreckt", war seine erste Reaktion. Hierarchisch ist er die Nummer zwei nach Zollitsch in der Bischofskonferenz. Auch der Osnabrücker Bischof Franz Josef Bode räumte ein, offenbar sei die Kirche "zu leichtfertig" mit den Tätern umgegangen.

Der Druck auf die ab nächste Woche Montag tagenden Bischöfe wird immer größer. Zollitsch kann es sich nicht mehr erlauben, ein paar warme Worte allgemeiner Entschuldigung zu sprechen.

Es geht nicht um die Täter, sondern um das System, das sie jahrelang geschützt hat. Sexualstraftäter brauchen und schaffen sich ein Umfeld, das sie trägt - dieses Umfeld hieß in vielen Fällen katholische Kirche.

In Irland treten deswegen immer mehr Bischöfe zurück. Dort hat es eine Überprüfung der Vorgänge von außen gegeben, von einer wirklich unabhängigen Untersuchungskommission des Justizministeriums.

Die Kirche musste ihre Akten offenlegen, die Regierungskommission vernahm Zeugen und legte vor drei Monaten einen für die Bischöfe niederschmetternden Bericht vor.

Der Skandal der Jesuitenschulen steht dem in nichts nach, wie der Zwischenbericht von der Missbrauchsbeauftragten Ursula Raue zeigt.

Es ist Zeit, zu handeln.

 



Der Staat muss endlich eingreifen

Regina Eppert-Page

Die schnelle Reaktion der Justizministerin stösst bei vielen ehemaligen Heimkindern auf Unverständnis.

Seit 2006 mit Erscheinen des Buches „Schläge im Namen des Herrn“ vom Spiegel-Autor Peter Wensierski

sind diese Machenschaften in den Heimen der Kirchen weltweit bekannt.

Ich stelle mir die Frage warum erst jetzt die intensive Aufklärung bei den Vorfällen in den Eliteschulen.

Kinder und Jugendliche sind in den 50er,60er und 70er Jahren in den Heimen und den so genannten Erziehungsanstalten bei Bildungsentzug, misshandelt und sexuell missbraucht worden.

Mit dem Makel ein Heimkind gewesen zu sein,

lebten sie Jahrzehnte ohne dass sich eine Institution der Justiz darum gekümmert hat.

Ich appelliere an die Ministerin der Justiz sich auch um die ehemaligen Heimkinder für eine

lückenlose Aufklärung ein zusetzen.


 

Regina Eppert                          an den Landtag Düsseldorf  NRW                                                                                                          27.10.2009  Seit 2003 beschäftige ich mich mit der Geschichte ehemaliger Heimkinder. Ein Spiegel- Artikel brachte es an den Tag nach 42 Jahren sprach ich das erste Mal mit meiner Schwester Elke darüber. Wir waren zusammen in der gleichen Erziehungsanstalt und haben es die viele Jahre verdrängt und allen Menschen in unserem sozialen Umkreis verschwiegen. Verdrängt haben wir die "Schmach", damit wir leben konnten. Schon als Kinder waren wir in einem Heim untergebracht, wir spürten aus der Erfahrung heraus “ nur nicht den Mund aufmachen“. Nach der Entlassung aus dieser Anstalt kamen wir uns vor, als wären wir in einem Gefängnis gewesen und haben eine Straftat begangen, wir fühlten uns immer irgendwie schuldig. Nachdem der Bericht im Spiegel erschienen war, trauten wir uns darüber zu reden, wir hatten nach so einer langen Zeit, endlich verstanden, wir waren nicht schuldig an unserem Heim-Schicksal. Es waren viele Betroffene, die dieses Heimleben ertragen mussten. Aus allen Ecken von Deutschland und aus dem benachbarten Ausland, USA und Australien meldeten sich ehemalige Heimkinder, wir haben uns vernetzt, haben Ehemalige getroffen. Wir haben uns verstanden, wenn wir über unsere Heimzeit sprachen. Viele Betroffene weinten, wenn sie das erste Mal mit uns darüber sprachen. Nach einiger Zeit haben wir beraten, was sollen wir mit unseren Erlebnissen und Erinnerungen anfangen. Einige von uns kontaktierten Journalisten, die Fernsehsender wurden auf uns aufmerksam es gelang uns einen Verein zu gründen, wir haben weiter beraten, wir fragten uns: "was wollen wir.....?". Alle Betroffene berichteten von Arbeit im Heim ohne Bezahlung, von Schlägen der Erzieher, sogar erzählten einige von sexuellen Übergriffen, wir haben unsere Zielsetzungen zusammen gestellt. Es wurde von den Institutionen, als Einzelfälle abgetan, dass hat uns beleidigt, wir waren empört. Jetzt wollten wir für uns kämpfen, wir wollten unser Recht, wir wollten unsere Würde zurück. Wir haben eine Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht. Nach 2 1/2 Jahren hat der Petitionsauschuss eine Empfehlung an den Deutschen Bundestag ausgesprochen, die Aufarbeitung der ehemaligen Heimkinder weiter zu betreiben und einen "RUNDEN TISCH" einzurichten. Der Weg dahin war mit vielen Schwierigkeiten gepflastert. Am 17.Februar haben wir einen großen Schritt in unserer Aufarbeitung erreicht: "DER RUNDE TISCH" beschäftigt sich intensiv mit unserem Anliegen. Ich erwarte für uns alle ehemaligen Heimkinder Erfolg und ein für uns zufrieden stellendes Ergebnis in Berlin. Ich hoffe auf eine Förderung unserer Sache durch alle Fraktionen im Landtag. Und, dass in der Aufarbeitung den Betroffenen geholfen wird. Die Hilfe sollte nicht in einer Warteschleife stecken bleiben, Hilfe brauchen wir jetzt.  Viele Ehemalige sind in einem Rentenalter, sind krank und haben, nach vielen Jahren der Verdrängung, es verdient nicht vergessen zu werden. Der lebenslange Schaden der Heimerziehung hat schwere Auswirkungen an Leib und Seele, der Schaden hat Generationenübergreifende Weiterungen gebracht. Nach den Recherchen und Studien von Erziehungswissenschaftlern, waren diese Grausamkeiten an Schutzempfohlenen Menschenrechtsverletzungen und ist mit den Grundrechten und Menschenrechten nicht vereinbar. Ich möchte Ihnen nur einige Wissenschaftler nennen, die sich schon seit vielen Jahren mit der Heimerziehung beschäftigen: Prof.Dr.Kappeler Berlin, Prof.Schrapper Koblenz,Prof.Steinacker Wuppertal, Prof.Switerek,Wuppertal,Prof.Schruth Bochum, Prof.Colla Lüneburg,und Prof.Dr.Carola Kuhlmann, die das Buch „So erzieht man keinen Menschen“ geschrieben hat. Zum Schluss möchte ich noch darauf hinweisen, dass wir Betroffene aus den Anfängen der Aufarbeitung unserer schlimmen Zeit in den Erziehungshöllen, des Jahres 2003, schon verloren haben, ich gedenke an Gisela Nurthen Paderborn, Heinz-Peter Junge Kassel, Christa Gölden Vlotho und an die vielen Unbekannten, die sich aus Verzweifelung über ihre Schmach, das Leben nahmen, und an die Menschen, die heute noch in der Psychiatrie und auf der Strasse leben müssen.

Danke für ihre Aufmerksamkeit

 

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IMPRESSUM

Diese Webseite dient ausschließlich der Vorstellung meiner Bücher:

„Der Alptraum meiner Kindheit und Jugend“

„Stille Schreie“ oder „Wer ist eigentlich Elvis“

Berichte die damit in Zusammenhang stehen.

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Konzept und Redaktion:

Regina Eppert, 48231 Warendorf

e-mail Regina-Eppert@web.de

 

In diesem Kapitel stellt der Kommunales Sozialdienst (KSD) dar, wie Familien und ihre Kinder heute unterstützt werden.


Kapitel 10: Beiträge hannoverscher Jugendhilfeträger
Textbeiträge von folgenden Einrichtungen:

  • Stephansstift Evangelische Jugendhilfe gemeinnützige GmbH
  • Bethel im Norden - Birkenhof Jugendhilfe
  • St. Joseph Kinder- und Jugendhilfe
  • Pestalozzi Stiftung

Die Broschüre kann im Internet unter www.heimkinder-hannover.de, Stichwort Heimkinder, heruntergeladen werden.

==========================================
24.05.2011
Christliches Informationsforum berichtet am 24.05.2011:
»Oft problematische Zustände in der Heimerziehung«  http://www.medrum.de/content/oft-problematische-zustaende-der-heimerziehung 

»Studie der Ruhr-Universität Bochum

"
Konfessionelle Heimerziehung in der frühen Bundesrepublik (1949-1972)"
«

von dem Bochumer Wissenschaftler Prof. Dr. Wilhelm Damberg (Katholisch-Theologische Fakultät der RUB) und Prof. Dr. Traugott Jähnichen (Evangelisch-Theologische Fakultät der RUB) ).

Desweiteren siehe die diesbetreffende Ruhr-Universität-Bochum Presseinformation @ http://aktuell.ruhr-uni-bochum.de/pm2011/pm00163.html.de  vom 24.05.2011

Eine 9-seitige Zusammenfassung ( 118.4 KB ): »PRESSEMATERIAL --- HEIM UND KIRCHE – ERGEBNISSE DES FORSCHUNGSPROJEKTES ÜBER DIE KONFESSIONELLE HEIMERZIEHUNG IN DER FRÜHEN BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND (1949-1972)« nennt, wird dort ebenso von der Ruhr-Universität-Bochum zur Verfügung gestellt @ http://aktuell.ruhr-uni-bochum.de/mam/content/konfessionelle-heimerziehung_langfassung.pdf
 
Ein säkularer Bericht über das Ganze – ein Interview mit einem Mitarbeiter an dieser Studie, Dr. Uwe Kaminsky – ist hier zu finden: WDR.de »Studie zu Missständen in konfessionellen Kinderheimen« –

 

Information v.Deutschen Bundestag

Tagesordnungen:

114. Sitzung, Donnerstag, 09.06.2011,

09.00 - ca. 03.50 Uhr

7.) Beratung Antrag CDU/CSU, SPD, FDP B90/DIE GRÜNEN

Opfer von Unrecht und Misshandlung in der Heimerziehung wirksam helfen
- Drs 17/... -

ZP.) Beratung Antrag DIE LINKE.

Unterstützung für Opfer der Heimerziehung - Angemessene Entschädigung für ehemaliger Heimkinder umsetzen
- Drs 17/.... -
(TOP 7+ZP, 00:30 Stunden)

-----------------------------------------------------

 

 

Ehemalige Heimkinder in die Warteschleife geschickt

Auszug aus dem Brief an Frau Dr.Christine Bergman:

Viele Politiker haben uns Beistand versprochen,keiner ist an unserer Seite geblieben.Viele haben durch Studien damit Geld verdient,nur die Betroffenen warten auf eine kl.Anerkennung,als ein Zeichen der Wiedergutmachung. Ich denke da an Gisela Nurthen,die alles mit uns (meine Schw.Elke und ich und Frau Zagermann) "in Gang gebracht "hat.Sie ist verstorben,einige von uns sind schon unter der Erde,erst gestern ist wieder einer von uns verstorben. Es ist eine der schlimmsten Geschichte in der Bundesrepublik Deutschland u. die sollte schnellstens aufgearbetet werden und nicht nur in den Studien und Dissertationen verschwinden.Ich hoffe bald von Ihnen zu hören und vielleicht lesen Sie mein Buch "STILLE SCHREIE"das ich mit viel Herzblut über Betroffene die sich mir anvertrauten geschrieben habe.Ich verbleibe heute mit freundlichen Grüssen Regina Eppert

An Frau Cristine Bergmann,Beauftragte der Bundesregierung von sexuellen Missbrauch

Keine Antwort (25.06.2011)

 

27.05.2011

Die Welt,schreibt heute:

http://www.welt.de/print/die_welt/politik/article13392581/Schmerzensgeld-fuer-alle.html

Ehrung

Aufarbeitung ins Rollen gebracht

19.01.2012 | 17:40 Uhr 2012-01-19T17:40:00+0100

Freut sich: Peter Wensierski am Mittwoch, 18. Januar, bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes in Berlin in den Redaktionsräumen des Magazins "Spiegel". Als Autor des Buches "Schläge im Namen des Herren - Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik" und für seine Mitarbeit am Runden Tisch Heimerziehung, die zur Entschädigung von Betroffenen führte, wurde der gebürtige Heiligenhauser gewürdigt. Foto: Steffi Loos

Berlin. Mit seinem Buch "Schläge im Namen des Herrn" löste Peter Wensierski eine bundesweite Debatte über das Schicksal der Heimkinder aus. Jetzt bekam der gebürtige Heiligenhauser das Bundesverdienstkreuz.

Sie wurden geschlagen, eingesperrt, erniedrigt, mussten ohne Lohn schuften – und haben aus Scham geschwiegen. Über das Schicksal abertausender Heimkinder der Nachkriegsdekaden war lange kaum etwas bekannt. Mit einem aufsehenerregenden Buch hat Spiegel-Autor Peter Wensierski den Betroffenen erstmals Gehör verschafft und so die öffentliche Aufarbeitung ins Rollen gebracht.

Dafür hat der gebürtige Heiligenhauser am Mittwoch dieser Woche das Bundesverdienstkreuz am Bande erhalten. "Sie haben mit dazu beigetragen, dass Bund, Länder und kirchliche Träger Wiedergutmachung leisten", sagte die Berliner Bildungsstaatssekretärin Sigrid Klebba (SPD) bei der Verleihung, die in der Berliner Spiegel-Redaktion am Pariser Platz stattfand.

Alles begann vor Jahren mit einem Anruf einer Leserin beim Spiegel, die wissen wollte, warum in Deutschland der Film "Magdalene-Sisters" nicht laufe. Das irische Drama von Peter Mullan schildert das Schicksal dreier junger Frauen, die in den 60er Jahren in ein Kinderheim mussten. Die Anruferin habe dasselbe in Dortmund erlebt, erzählt Wensierski, der daraufhin monatelange Recherchen in einem dunklen, verdrängten Kapitel deutscher Nachkriegshistorie startete.

Große Scham

"Ich war überrascht, dass es noch so einen großen weißen Flecken auf der geschichtlichen Landkarte gab", erinnert sich der 57-Jährige. Schließlich mussten in der Nachkriegszeit bis zu eine Million Kinder – teils aus nichtigsten Gründen – in eines der etwa 3000 Kinderheime in der Bundesrepublik.

Der Journalist sprach mit hunderten Betroffenen, besuchte mit ihnen deren Heime und erlebte das genaue Gegenteil seiner Kindheit in Heiligenhaus, die er als "glücklich" bezeichnet. Nicht gerechnet hatte Wensierski dabei mit der großen Scham der ehemaligen Heimkinder. Viele von ihnen hätten ihn gebeten, bloß nichts ihren Angehörigen zu erzählen, falls er sie zufällig mal am Telefon haben sollte.

Bundesweite Debatte

Mit seinem 2006 veröffentlichten Buch "Schläge im Namen des Herrn" löste Wensierski eine bundesweite Debatte über das verdrängte Schicksal der Heimkinder aus. Daraus resultierte im Jahr 2009 ein Runder Tisch, der sich mit der Entschädigung der Opfer befasste. Seit diesem Jahr können sie nun auf einen Hilfsfonds von 120 Millionen Euro zugreifen, den Bund, Länder und Kirchen finanzieren.

"Den Betroffenen ist ein Stück Würde zurückgegeben worden", sagt der Spiegel-Autor, der aber noch weiteren Handlungsbedarf sieht. Wensierski stört sich an den bürokratischen Hürden bei Zahlungen aus dem Fonds. Auch hier wird er die ehemaligen Heimkinder weiter begleiten. Schließlich dürfe sich ein Journalist durchaus für eine gute Sache einsetzen und denen eine Stimme geben, die eben keine hätten.

ZDF verfilmt Wensierski-Buch

Nach Rudolf Augstein ist Peter Wensierski der zweite Spiegel-Autor, dem das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde.

Das Buch "Schläge im Namen des Herrn" ist inzwischen vom ZDF verfilmt worden – mit Senta Berger und Matthias Habich in den Hauptrollen. Regie führt Dror Zahavi, ein Sendetermin steht noch nicht fest. Im Mittelpunkt steht die junge Luisa, die Anfang der 60er Jahre im Heim landet. Hier erfährt sie die ganze Härte des Systems – und lernt den stillen Paul kennen. 2008 treffen Luisa und Paul sich wieder. Luisa will sich nun der Vergangenheit stellen .

Schreiben an Abgeordnete v.Deutschen Bundestag
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